Turnverein

39+ wagt sich über den Röstigraben

Bereits um viertel vor sechs Uhr versammelten sich 13 Turnerinnen und Turner beim Schulhaus in Netstal. Die meisten wirkten noch etwas verschlafen aber alle waren gut gelaunt und gespannt was in den zwei Tagen auf sie zukommen würde.

Köbi Jucker chauffierte uns dann komfortabel im Sportbus Richtung Westschweiz. In Neuenburg gesellte sich auch noch unser Präsident zu uns, dem sofort die Aufgabe des Navigators und Französisch-Übersetzers zugeteilt wurde. Da wir eine halbe Stunde zu spät in Fleurier erschienen fuhren wir gleich mit dem Bus, anstatt mit Fahrrädern, nach Saint Sulpice. Beim kurzen Spaziergang zur Source de l'Areuse  wurden wir von einem kurzen heftigen Regenguss heimgesucht. Trockenen Fusses – d.h. per Bus – ging‘s wieder zurück und zwar zur Asphaltmine in La Presta wo uns eine Absinth Degustation erwartete.

Obwohl uns niemand erklären konnte wie Absinth hergestellt wurde, genossen wir den speziellen Geschmack der grünen Fee. Danach erwartete uns ein spezielles Mittagessen im "Café des Mines": Ein im Asphalt (bei einer Temperatur von 160 Grad) gekochter Schinken mit Kartoffelgratin und Salat. Das Gericht wurde früher von den Mineuren zu Ehren der heiligen Barbara zubereitet und es schmeckte uns hervorragend. Nach dem Dessert gab’s ein Verdauerli, aber anstelle eines Grappas bestellte Pepe eine Runde Absinth…

Danach hiess es: „Helme fassen“ und ab in den Stollen, bzw. in die Asphaltmine. Der geführte Rundgang durch die Asphaltmine war äusserst interessant. Eindrücklich war insbesondere unter welchen Bedingungen und mit welchen Werkzeugen der Asphalt bis vor knapp 30 Jahren abgebaut wurde. Danach erwartete uns, nach einer kurzen Busfahrt, als letzter Programmpunkt eine Schokoladen-Degustation. Dank der präzisen Beschreibung durch das Tourismusbüro… fanden wir die Schokoladenfabrik doch noch. Der dortige Chef empfing uns durchaus freundlich und wies uns darauf hin, dass wir zwar willkommen aber bei ihm am falschen Ort seien. Nun gut, ein kurzer Fussmarsch führte uns zur zum Kiosk umgebauten Bahnstation (laut Tourismusbüro eine Boutique Goût & Région im Bahnhof) in Noiraigue zurück, wo wir dann ein paar Pralinés probieren durften.

Frisch gestärkt fuhren wir danach den ganzen Weg wieder zurück um in Buttes unsere Unterkunft „L'Auberge des Fées“ zu beziehen. Der Name versprach viel, aber wir fanden leider keine Fee. Wir vermuten, dass bei der Namenssuche der Absinth eine grössere Rolle gespielt haben könnte. Nun hatten wir etwas Zeit für uns – einige nutzten das für ein kurzes Nickerchen, anderen klopften einen Jass oder sassen gemütlich beisammen und diskutierten wo es ein gutes Nachtessen geben würde. Der Einfachheit halber blieben wir wo wir waren. Erfreulicherweise schmeckte das Nachtessen richtig gut, auch wenn einer das zuerst nicht wahrhaben wollte und mit einem Alleinunterhalter war auch für den musikalischen Rahmen gesorgt. Das zeitige Aufstehen und das reich befrachtete Programm zeigten Wirkung, sodass bereits alle vor Mitternacht schlafen gingen.

Der Sonntagmorgen begrüsste uns trüb und neblig. Dennoch erwartete uns nach dem Frühstück der Höhepunkt der Vereinsreise. Mit dem Bus fuhren wir nach Le Soliat wo wir unseren Führer trafen. Er führte uns zum "Creux du Van", eine natürliche Felsenarena gewaltigen Ausmasses. 160 Meter hohe, senkrechte Felswände umschliessen einen vier Kilometer langen und über einen Kilometer breiten Talkessel. Leider liess der dichte Nebel die Umrisse höchstens erahnen, dafür herrschte eine mystische Stimmung die auch seinen Reiz hatte. Nachdem wir eine Stunde über das Hochplateau gewandert waren kehrten wir im Restaurant Le Soliat ein, wo uns der versierte Führer diverse Geschichten um den Absinth erzählte. Nach einem feinen Mittagessen machten wir uns auf den Weg nach Hause, wo wir dank Köbi am späteren Nachmittag wohlbehalten ankamen.

Herzlichen Dank an Sepp und Pepe für das Organisieren dieser tollen Reise, an Köbi fürs einwandfreie Chauffieren, an Karin fürs Managen der Finanzen und an Sonja und Peter fürs Fotografieren.

TV Netstal 39+, Pierre Rohr
 

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01 1970